„Wiedenbrücker Schule Museum“ – Museumsprojekt geht in den Endspurt
Sep 1st, 2008 | Kategorie: Allgemeines, SondermeldungenRheda-Wiedenbrück(bmp). Die Bauarbeiten an der alten Künstlerwerkstatt der Altarbauer Bernhard Diedrichs und Franz Knoche an der Rietberger Straße gehen gut voran. Ende September werden die Bauarbeiten plangemäß abgeschlossen, so dass die Innenausstattung des „Wiedenbrücker Schule Museums” beginnen kann.
Ende November wird das neue Museum – es beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der sakralen Kunst, die hunderte von Handwerkern und Künstlern zwischen etwa 1850 und 1950 in Wiedenbrück schufen – mit einem Festakt und zwei Tagen der offenen Tür der Öffentlichkeit übergeben.

Foto: Dipl-Ing. Wolf Köster (Deutsche Stiftung Denkmalschutz), Stiftungsvorstandsvorsitzender Burkhard Schlüter (Flora Westfalica), Martina Grote (NRW-Stiftung), Dr. Rüdiger Krüger (VHS Reckenberg-Ems), Bürgermeister und Stiftungsratsvorsitzender Bernd Jostkleigrewe, Manfred Schumacher (Heimatverein Wiedenbrück-Reckenberg e.V.) und Architekt Frank Hurlbink.
Im Rahmen eines Pressegesprächs überreichte Martina Grote, die Geschäftsführerin der NRW-Stiftung, die das Vorhaben mit mehr als 500.000 Euro fördert, dem Vorstand der Trägerstiftung eine Plakette der NRW-Stiftung. Bürgermeister Bernd Jostkleigrewe und Burkhard Schlüter als Vertreter der Stiftung Ausstellungs- und Begegnungsstätte Wiedenbrücker Schule, freuten sich über die Unterstützung und die lobenden Worte, die die Geschäftsführerin für das Projekt fand.
Grote verwies darauf, dass allein schon die Fördersumme belege, für wie bedeutsam die NRW-Stiftung das Wiedenbrücker Schule Museum einstuft. Zwar würden viele Vorhaben gefördert, die Höhe der Unterstützung sein schon etwas Besonderes. Die resultiere unter anderem daraus, dass die Ausstellung ein Alleinstellungsmerkmal habe. Ein anderes Historismus-Museum gibt es in Deutschland nicht. Zudem versammle das Projekt viele Förderer, die Stadt als zuverlässigen und haftenden Partner und vor allem ein hohes Maß an bürgerschaftlichem Engagement.
Auch Bürgermeister Jostkleigrewe sieht die Stärke des Projektes in der Zusammenarbeit Vieler. Während Rat und Stifter mit den fördernden Institutionen die finanzielle Seite regelten, würde der Heimatverein mit der Beschaffung von Exponaten und der Sicherung der Aufsicht zwei zentrale Punkte übernehmen, für die Jostkleigrewe besonders dem ersten Vorsitzenden Manfred Schumacher und dem Projektleiter des Heimatvereins, Alfons Brielmann dankte.
Weiterhin seien mit der Flora Westfalica GmbH, die die Organisation und die Hausherrenfunktion für das Museum übernehme und der Volkshochschule Reckenberg-Ems, die mit einer Reihe von Veranstaltungen Leben in die Begegnungsstätte des Museums bringe, Profis eingebunden, die ebenfalls für den Erfolg des Projektes stehen. Dr. Rüdiger Krüger, Leiter der VHS erläuterte das Ausstellungskonzept des Museums, das auf zwei Säulen ruhe. Einerseits wird auch im neuen Museum die Stadtgeschichte dargestellt, andererseits sind die sakrale Kunst und der Historismus als Teile der Stadtgeschichte ein weiterer Schwerpunkt. Als „I-Tüpfelchen” bezeichnete er das „Luise-Hensel-Kabinett”, das sich als eigene Ausstellung mit der populären Dichterin beschäftigt. Sie lebte in der Zeit der „Wiedenbrücker Schule” in Wiedenbrück.
In den kommenden Wochen werden die Organisatoren noch mit verschiedenen Maßnahmen auf die Museumseröffnung hinweisen. So wird in Kürze das Museum seine neue Anschrift erhalten, wenn der kleine Stichweg an dem es liegt in „Hoetger-Gasse” umbenannt wird. Bernhard Hoetger, der später in Bremen und Worpswede berühmt wurde, hatte sich in der Wiedenbrücker Werkstatt Goldkuhle seine Sporen erworben.
Am Freitag, 28. November 2008, 11.00 Uhr, ist die Eröffnung des Museums mit einem Festakt geplant. Es folgen zwei Tage der Offenen Tür am 29. und 30. November.
In den kommenden Jahren werden maßgebliche Künstler und Werkstätten der Wiedenbrücker Schule mit Sonderausstellungen zusätzlich zur Einrichtung des Museums gewürdigt. Im Wechsel dazu wird es im Museum auch aktuelle Ausstellungen und Schulprojekte geben.
Foto und Text: Martin Pollklas, Stadt Rheda-Wiedenbrück

