Kunstwerk des Monats: Heinrich Krane – Ansicht von Wiedenbrück

Aug 27th, 2008 | Kategorie: Allgemeines

Der Maler Heinrich Krane (1886-1963) war in Rheda und Wiedenbrück beliebt, da er zahlreiche Ansichten beider Städte – fast schon in einer Art Fließbandproduktion – fertigte.

Insbesondere die Stadtsilhouette mit den charakteristischen Kirchtürmen malte er – wie auch einige seiner Künstlerkollegen – aus verschiedenen Blickrichtungen und zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten. Durch Variation der Zeit, Belichtung und Gesamtstimmung erhielt jede Stadtansicht ihre besondere Note. Zu seiner Zeit war das Motiv besonders gefragt und fand sich bald in vielen Haushalten.

Krane, der bei dem Wiedenbrücker Maler Eduard Goldkuhle gelernt hatte, bildete sich von 1904 bis 1920 durch seine Mitarbeit in verschiedenen Ateliers in Köln und Düsseldorf, sowie im Hause Repke weiter. 1920 machte er sich selbständig.

Er arbeitete überwiegend für private Auftraggeber und öffentliche Institutionen. Sein Schwerpunkt waren naturalistische Portraits und Landschaftsaufnahmen. Sakrale Kunst machte nur einen geringen Anteil seines Schaffens aus. Es gehören jedoch auch einige Kreuzwege zu seinem Gesamtwerk. Dies macht auch den Wandel in der „Wiedenbrücker Schule” deutlich.

Nach dem Ersten Weltkrieg und noch stärker nach dem Zweiten ließ der Anteil kirchlicher Aufträge spürbar nach. Kunstwerke wurden nun überwiegend für private Auftraggeber gefertigt und zeigten weltliche Motive. In der direkten Nachkriegszeit fertigte Krane oft Portraits gefallener Soldaten, die den Angehörigen zur Erinnerung dienten.

Dr. Dieter Heimann besitzt zwei Bilder von Heinrich Krane. Neben der verbreiteten Stadtansicht auch ein kleineres Werk, das den Hof Graflage an der Wasserstraße zeigt. Der stille, schneebedeckte Hof mit dem Leiterwagen ist mit eher groben Pinselstrichen gemalt und wirkt wie ein Stillleben. Im Gegensatz zur melancholischen, fast gedrückten winterlichen Stimmung dieses Bildes wirkt die Stadtansicht geradezu fröhlich und hoffnungsvoll. Durch den Nebel über der Ems und die einsetzende Morgenröte erweckt die Stadt beim Betrachter einen märchenhaften Eindruck.

Heimann schätzt die Werke der Wiedenbrücker Schule, insbesondere die Landschaftsgemälde. Er möchte gerne seine Bilder als Dauerleihgabe im geplanten Museum der Öffentlichkeit zugänglich machen.

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