Bernhard Heising, ak.Bildhauer, geb. 23.August 1865; gest. 29. Dezember 1903
Okt 8th, 2008 | Kategorie: Künstler A-ZBernhard Heising gehört zu der Gruppe der zweiten Generation der Bildhauer der Wiedenbrücker Schule. Sein Denkmal “betender Landmann” das 1903 aufgestellt wurde, hat das Bild Wiedenbrücks nachhaltig geprägt.
Die Geschichte der Figur und des Brunnens beginnt mit dem Ehrenbürger der Stadt Wiedenbrück Ernst Osterrath. Osterrath war von 1882 bis 1892 Landrat des Landkreises Wiedenbrück. Seine Beamtenkarriere führten ihn nach Schleswig und Berlin bevor er in Göttingen 1925 verstarb.
Osterrath lernte den akademischen Bildhauer Bernhard Heising in Berlin kennen. Dessen Werk des Bauernführers Schorlemer-Alst in Münster vor dem Landeshaus gefiel ihm gut, so dass er Heising mit einer Skulptur für seine Heimatstadt beauftragte.
Die Skulptur wurde gemeinsam mit dem Marktbrunnen am 1. November 1903 offiziell eingeweiht. Die Geschichte Wiedenbrücks als Handwerkerstadt mit ihren Gilden und die Religiosität der Bevölkerung kommen in diesem Kunstwerk zum Ausdruck. Heising erlebte die Aufstellung nicht persönlich und verstarb noch im gleichen Jahr.
Die heutige Figur ist nicht mehr das Original. Die Brunnenfigur wurde bereits im Ersten Weltkrieg demontiert und sollte eingeschmolzen werden. Das Kriegsende erlebte sie auf einem Lagerplatz einer Berliner Gießerei auf dem sie der Wiedenbrücker Kaufmann Felix Plöger entdeckt und für den Rücktransport nach Wiedenbrück sorgte.
Im Zweiten Weltkrieg passierte wieder die Demontage, aber auch die Einschmelzung des Originals. Der vorsichtshalber angefertigter Gipsabdruck ermöglichte eine Wiederherstellung der Figur. Zum Stadtjubiläum 1952 sollte die Figur wieder am alten Platz stehen. Bereits im Dezember 1951 wurde die Figur vom Bildhauer Bernhard Hartmann gefertigt feierlich wieder aufgestellt.
Bis 1939 hatte der Landmann auch noch den Kaiser Wilhelm I. als Denkmal in der Nähe, bis der Kaiser an die Rektoratsstrasse rückte.



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