Hans Schmitz, Professor, geb. 3. Januar 1907; gest. 7. Dezember 1944
Dez 31st, 2008 | Kategorie: Künstler A-ZHans Schmitz, Professor, geb. 3. Januar 1907; gest. 7. Dezember 1944
Hans Schmitz, der als Künstler den Namenszusatz Schmitz-Wiedenbrück führte, wurde am 03.01.1907 in Lippstadt geboren. Mit 16 Jahren trat er 1923 als Lehrjunge und später als Mitarbeiter in das Atelier des bekannten Wiedenbrücker Kunst und Kirchenmalers Heinrich Repke (1877-1962) ein.
Siebzehn Jahre lang blieb er im Wiedenbrücker Atelier der Familie Repke und wurde erster Helfer des Seniors und Freund des Junior Willi Repke sen. (1911-2009) Laut Heinrich Repke war Hans Schmitz-Wiedenbrück sein talentiertester Schüler und so verwundert es nicht das viele Arbeiten an ihn intern vergeben wurden. Hans Schmitz-Wiedenbrück avancierte in den 20. und 30. Jahren des 20. Jahrhunderts zu einem überragenden Kunst- und Kirchenmaler. Skizzen und Entwürfe für Kirchenausmalungen und Kreuzwege sind von ihm überliefert. Die Beschreibung seines Werkes ausschließlich als “Zitat: Westf. Bauernmaler”, greift deutlich zu kurz, da er nachweislich sehr viele sakrale Arbeiten und Kirchenkunst produziert hat. Das Atelier Repke war in dieser Hinsicht ausgesprochen erfolgreich und “gut im Geschäft” so dass diese lukrativen Arbeitsfelder lange ausschließlich bedient wurden. Seine Genremotive, die er aus seiner westfälischen Heimat entlehnt hat, zeigen eine große Menschenfreundlichkeit und Portraittreue.
Dieser einfache Zugang zu seinen Bildern, könnte eine der Gründe für die Protektion durch die Nationalsozialisten sein. Mit der nationalsozialistischen Machtergreifung eröffneten sich Schmitz-Wiedenbrück ab 1933 weitreichende Möglichkeiten im nationalsozialistischen Kunstbetrieb. Schmitz-Wiedenbrück wurde 1939 mit dem großen Staatspreis ausgezeichnet und 1940 mit 33 Jahren zum Professor an die Kunstakademie in Düsseldorf berufen.
Am 7.12.1944 verstarb er 37jährig dort.
Seine Verstrickungen in die nationalsozialistische Kultur und seine Motivationen etc. sind bis heute nicht aufgearbeitet und liegen daher im Dunkeln. Auch ist kein Werkverzeichnis oder eine kunsthistorische Würdigung seines Gesamtwerks bisher erarbeitet worden.
Hans Schmitzs Triptychon “Arbeiter, Bauern und Soldaten” von 1941 hat 2007 eine gewisse Bekanntheit erlangt, da es Bestandteil der Ausstellung “Kunst und Propaganda im Streit der Nationen 1930-1945″ , die 2007 im Deutschen Historischen Museum Berlin gezeigt worden ist, war.
Die Arbeit von Schmitz war in der Ausstellung erstmals seit 1945 wieder als Ganzes gezeigt worden. Die Arbeit war nach dem 2. Weltkrieg 1945 im amerikanischen Sektor wie viele Nazi- und Kriegspropagandabilder aus Deutschland beschlagnahmt und nach Amerika gebracht worden. Dort lagerten alle drei Teile bis 2000, bis ein Teil der für unbedenklich gehaltenen Bilder in den Bestand des Deutschen Historischen Museums nach Berlin gegeben wurde. Schmitzs Arbeit wurde dabei getrennt. Das mittlere Bild, das Soldaten aller Waffengattungen zeigt, wurde in Amerika behalten, die Seitenteile, die Arbeiter und einen Landwirt mit Kuh zeigen, kamen nach Deutschland zurück.
In der Ausstellung “Kunst und Propaganda im Streit der Nationen 1930-1945“ die 2007 in Berlin gezeigt wurde, wurden die Teile wieder zusammengefügt.
Bildquelle: Deutsches Historisches Museum: Hans Schmitz-Wiedenbrück
Triptychon Arbeiter, Bauern und Soldaten
Mittelteil: Washington D.C., German War Art Collection, U.S. Army Center of Military History, Army Art Collection,
linke und rechte Seitentafel: Berlin, Deutsches Historisches Museum
Das Propaganda Triptychon ist für heutige Augen eher schwer zu entschlüsseln und mit Kunstverstand betrachtet ebenfalls eher flache Kost. Die Rezensenten der Ausstellung “Kunst und Propaganda im Streit der Nationen 1930-1945“ waren sich einig, dass heute von den Bildern keine Gefahr mehr ausgeht, eher wäre man durch den Kitsch der damals entstand abgeschreckt.


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